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19.05.2020

Zunächst ohne Kommunionempfang Wieder gemeinsamer Gottesdienst in Nürnberg-Fischbach / Die Reaktionen der Besucher

Wie vielerorts fanden auch in der Pfarrei St. Johannes der Täufer im Nürnberger Südosten wieder Gemeindegottesdienste statt. Zur Messfeier am Kirchort Heilig Geist in Fischbach kamen deutlich weniger Gläubige als üblich. Trotz der Einschränkungen äußerten sich die Besucher positiv.

Zunächst ohne Kommunionempfang

Pfarrer Burkhard Lenz predigt beim ersten Gottesdienst in Nürnberg Fischbach nach der Corona-bedingten Pause. Foto: Ulrike Pilz-Dertwinkel

Acht Wochen hat die Gottesdienstpause gedauert. Der Kirchorts- rat kümmert sich darum, dass die staatlich verordneten Auflagen eingehalten werden: An beiden Eingängen werden den Besuchern die Hände mit Desinfektionsmittel eingesprüht, danach dürfen sie den Kirchenraum betreten. Dort werden sie zu einem Platz geleitet. In jeder zweiten Bankreihe hat man die Sitzplätze markiert, um zwei Meter Abstand zu gewährleisten. 36 Gläubige nehmen an der Feier teil – das ist knapp die Hälfte der „üblichen“ Besucherzahl vor dem Corona-Lockdown.

Zu Beginn informiert Dr. Lars Weisensel vom Kirchortsrat über die Hygienemaßnahmen. Händedesinfektion und Mundschutz ist Voraussetzung für die Teilnahme. Auf den verlangten Abstand soll auch beim Betreten und Verlassen der Kirche geachtet werden; Grüppchenbildung im Inneren ist zu vermeiden. Auch macht Weisensel darauf aufmerksam, dass die Gläubigen nur sitzen oder stehen sollten, nicht aber knien.

Als die Orgel erklingt, zieht Pfarrer Burkhard Lenz ein – ohne Ministranten. Nur er und die Lektorin tragen keinen Mundschutz, da sie ohnehin in passender Entfernung von den Besuchern agieren – und Kommunionausteilung ist ja nicht vorgesehen. Nur wenige Lieder werden zum Mitsingen angezeigt, ansonsten liefert die Orgel den musikalischen Rahmen

Vor dem Segen wendet sich der Pfarrer an die Gemeindemitglieder, fragt, wie es ihnen mit dieser Messfeier ergangen sei. Er teilt mit, dass er sich unwohl fühle, allein zu kommunizieren. Es würden Möglichkeiten erwogen, wie man wieder zum allgemeinen Kommunionempfang übergehen könne, sagt Lenz. Die Hostien könnten in Papierbecherchen oder mittels eines goldenen Löffels ausgegeben werden. Jemand schlägt vor, Stoffservietten zu benutzen.

Viel Verständnis

Nachher stehen draußen noch ein paar Leute in gebotenem Abstand und tauschen sich aus. Man ist froh, wieder gemeinsam feiern zu können. Über den Mundschutz sind die meisten nicht glücklich, doch es herrscht Verständnis für die Maßnahmen. Nur einige fragen, ob das nicht alles überzogen sei. Dass deutlich weniger Menschen zur Kirche kamen als vor der Krise, führt man darauf zurück, dass gerade ältere Menschen Angst vor einer Infektion haben. Andere hatten auf Nachfrage mitgeteilt, dass bei Gottesdiensten unter solchen Auflagen keine Atmosphäre aufkommen könne. Sie wollten erst wieder teilnehmen, wenn „normale“ Feiern möglich seien. Bis dahin zögen sie Fernsehübertragungen vor.

Ulrike Pilz-Dertwinkel


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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 28 vom 12.7.2020

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