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04.08.2017

Seine Botschaft, ein gütiges Gesicht

Die Willibaldsfigur für die restaurierte Westfassade des Eichstätter Doms ist fertig.

 

Am 25. Juli, dem kirchlichen Gedenktag des Apostels Jakobus des Älteren, machten sich Bischof Gregor Maria Hanke und ein Großteil des Eichstätter Domkapitels kurz vor 14 Uhr auf den Weg. Ihr Ziel: eine große Werkshalle am Ortsrand von Workerszell.

Besuch bei Willibald: (Abb. oben, v. l.) Domkapitular Alfred Rottler, Domkapitular Prälat Dr. Christoph Kühn, Domkapitular Stadtpfarrer Nobert Winner, Bischof Gregor Maria Hanke, Domdekan Willibald Harrer, Domkapitular Stadtpfarrer Josef Funk und Domkapitular Monsignore Dr. Stefan Killermann. Foto: Kreitmeir

Dort wartete die fertige überlebensgroße Steinfigur des heiligen Willibald, des Gründers des Bistums

Eichstätt, die der Steinmetz und Bildhauer Rupert Fieger im Auftrag des Domkapitels für die Westfassade der Eichstätter Kathedrale angefertigt hat.

Die aus einem fünf Tonnen schweren Juramarmor-Block herausgearbeitete Figur soll die frühere Willibaldsfigur ersetzen, deren Stein nicht sehr witterungsbeständig war. Daher wurden im Lauf der Zeit ganze Teile Opfer der Witterung und mussten ersetzt werden. Vom einstigen Original war nur der untere Teil der Figur erhalten. Fiegers Auftrag war, bei der neuen Figur den unteren Teil des Originals möglichst genau zu kopieren und den oberen Teil, sowohl stilmäßig wie auch spirituell nachzuempfinden.

Zunächst erläuterte Fieger Bischof Hanke und den sechs Mitgliedern des Domkapitels, Domdekan Willibald Harrer, Offizial Domkapitular Monsignore Dr. Stefan Killermann, Domkapitular Alfred Rottler, Domkapitular Stadtpfarrer Norbert Winner, Domkapitular Prälat Dr. Christoph Kühn und Domkapitular

Stadtpfarrer Josef Funk, seine Vorüberlegungen, Vorarbeiten und Vorgehensweise. Er schilderte die Methode des Kopierens und wie er zum Beispiel auf den Kolonnaden in Rom ein Vorbild für das liturgische Gewand Willibalds fand.

Bei der anschließenden genauen Besichtigung der Figur, die zwischen zweieinhalb und drei Tonnenwiegt, zeigte sich der hohe geistliche Besuch aus Eichstätt sehr angetan. Vor allem die zahlreichen Details, wie die Inschriften des Rationale, die Andeutung des Brokats der Kasel, gefielen Bischof und Domdekan, der in dieser Liebe zum Detail eine Form der Annäherung und Verehrung des Heiligen, seines Namenspatrons, durch den Künstler sah. Bischof Hanke erinnert die Figur an die berühmte Willibald-Statue der Renaissance, über der sich der Rokoko-Grabaltar des Gründerbischofs im Dom erhebt. Beide hätten einen sanften, gütigen Blick, der eine auf die Menschen in der Bischofskirche,

der andere aus luftiger Höhe auf die Menschen und Besucher der Stadt, die aus dem willibaldinischen Kloster entstand.

Auf ein Detail wies der Bischof die Domkapitulare besonders hin: Willibald trage hier das Pektorale (= Brustkreuz) auf der Albe, ein untrügliches Zeichen, dass die Figur nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil entstanden sei.

Bis zu ihrer Aufstellung bleibt die Figur in Workerszell – aber nicht stehend, sondern liegend. Am 26. September wird sie auf die Westfassade des Doms gehoben und mit ihren vier Gefährten vereint, der Muttergottes und den Heiligen Richard, Wunibald und Walburga. Die vier Statuen sind durch die Steinrestaurierungsfirma Bauer-Bornemann gereinigt und gefestigt worden. Gemeinsam werden sie von der Höhe der restaurierten Westfassade über die Stadt und ihre Bewohner wachen.

Klaus Kreitmeir, Kirchenzeitung Nr. 32 vom 6. August 2017

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