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28.04.2021

Schwerpunkt: Klimagerechtigkeit Diözese fördert 29 Projekte, darunter Aufforstung in Burundi und Wärmedämmung in Ukraine

Schwerpunkt Klimagerechtigkeit: Diözese fördert 29 Projekte in Burundi

Schutz vor Erosion soll das Wiederaufforstungs- projekt in Burundi bieten. Im Januar 2020 war Generalvikar Pater Michael Huber vor Ort.         Foto: Referat Weltkirche/Rott

Mit 189.400 Euro unterstützt die Diözese Eichstätt 29 weltkirchliche Projekte in den Bereichen Bildung, Soziales und Einrichtung/Bau. Das hat der Vergabeausschuss unter der Leitung von Generalvikar Pater Michael Huber in seiner Frühjahrssitzung entschieden. Ein neuer Schwerpunkt ist das Thema „Klimagerechtigkeit“. Mehr als 70 Projektanträge waren seit der letzten Mittelvergabe im Herbst 2020 beim Referat Weltkirche eingereicht worden. Nicht alle konnten berücksichtigt werden.

Hilfe für Kleinbauern 

Unter dem Stichwort „Klimagerechtigkeit“ werden vier Vorhaben mit insgesamt 32.500 Euro gefördert: ein Aufforstungsprojekt in der Eichstätter Partnerdiözese Gitega in Burundi, der Ausbau eines Zentrums für Ökologie und Spiritualität auf den Philippinen sowie die Dachsanierung und Wärmedämmung eines Jugendzentrums im Bistum Ivano-Frankivsk und einer Kirche in Hlyboka in der Diözese Tscherniwzi in der Ukraine.

Das Wiederaufforstungsprogramm in Burundi ist auf drei Jahre angelegt. Ziel ist es, die Folgen des Klimawandels einzudämmen und die Lebensgrundlage von Kleinbauern in den Pfarreien Nyarunazi, Gahemba und Makebuko zu sichern. „Die Menschen spüren bereits die Auswirkungen des Klimawandels wie die Unregelmäßigkeit und Unvorhersehbarkeit von Regen und die anhaltenden Dürreperioden“, schreibt Erzbischof Simon Ntamwana. Geplant sind verschiedene Maßnahmen zum Schutz vor Bodenerosion oder Bodenfixierung auf Terrassen. Auch 200.000 Bäume für die Agroforstwirtschaft und Obstproduktion sollen gepflanzt werden. Dies soll auch zur Ernährungssicherheit in 300 Haushalten in der Region beitragen.

Im Erzbistum Gitega leistet die Diözese Eichstätt außerdem Hilfe beim Aufbau sogenannter „Basisgemeinschaften“. Dabei werden die Menschen dazu angeregt, mit ihren Nachbarn zusammen in der Landwirtschaft aktiv zu werden. „Da die Menschen auf dem Land nicht in Dörfern leben, sondern eher in Streusiedlungen, wo das Misstrauen untereinander groß ist, bringt es enorme Vorteile, wenn man zusammen arbeitet“, erklärt Dr. Gerhard Rott, Leiter des Referats Weltkirche. Dadurch werde die Selbstversorgung mit Lebensmitteln verbessert, die Lagerung gemeinsam organisiert und Überschuss könne auf dem Markt verkauft werden. „Zudem wachsen die Menschen auf diesem Weg auch als christliche Gemeinschaft zusammen, die das Leben miteinander zu meistern versuchen.“

In Zusammenarbeit mit dem Hilfswerk missio München fördert die Diözese Eichstätt den Ausbau des Zentrums für Ökologie und Spiritualität in Tanay auf den Philippinen. Jährlich können dort zwischen 120 und 140 Studierende in einem landwirtschaftlichen Musterbetrieb theoretisch erworbene Kenntnisse anwenden. Auf dem ehemals brachliegenden Gelände haben sie Obst und Gemüse angebaut, Gewächshäuser errichtet und den Ort in einer Kulturlandschaft verwandelt. Ebenfalls in Kooperation mit missio wird ein Programm für Kinder mit physischen und psychischen Einschränkungen in Kenia unterstützt.

Ein Förderschwerpunkt ist weiterhin die Ukraine. Mit insgesamt 59.300 Euro unterstützt die Diözese Eichstätt elf Projekte in dem osteuropäischen Land, darunter Baumaßnahmen zur Reduzierung von CO2-Emissionen. „Die Ukraine gehört seit einigen Jahren zu den vergessenen Krisengebieten und wird darum besonders gefördert“, sagt Rott, „zudem bestehen vielfältige Beziehungen dorthin, nicht zuletzt durch das Collegium Orientale Eichstätt (COr).“ Die Expertise des COr sei für die Einschätzung und Beurteilung der Anträge durch das Referat Weltkirche sehr hilfreich.

Die Förderung weltkirchlicher Projekte wird aus Kirchensteuermitteln finanziert. Die Zuteilung der Hilfsgelder erfolgt zweimal jährlich nach festgelegten Kriterien durch den Vergabeausschuss. Für die neue fünfjährige Amtszeit wurden neben den beiden geborenen Mitgliedern – Generalvikar Pater Michael Huber und Dr. Gerhard Rott – Domkapitular Paul Schmidt, Leiter der Hauptkapitular Josef Blomenhofer erneut berufen. Mit der Eichstätter Journalistin Dr. Dagmar Kusche-Luff gehört erstmals eine Frau zum Vergabeausschuss.

pde/af

 

Weitere Informationen unter Bistum Eichstaett - Weltkirche

 


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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 26 vom 27. Juni 2021

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