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03.08.2018

Schnelle und unbürokratische Hilfe am Gleis

Bahnhofsmission in Ingolstadt feiert 70-jähriges Bestehen / Caritas und Diakonie gemeinsam.

Sieben Jahrzehnte ein menschliches Gesicht an den Gleisen zeigen: Die Bahnhofsmission Ingolstadt, die von Caritas und Diakonie getragen wird, hat mit einem großen Fest ihr 70-jähriges Bestehen gefeiert. Auf Bahnsteig 1 kamen Mitarbeiter, Vertreter der Geistlichkeit und der Stadt sowie Freunde der Bahnhofsmission zusammen.

(v. l.) Ursula Müller, Pfarrer Matthias Blaha, Bianca Stieglmeier und Heike Bergmann sowie Pfarrer Axel Conrad.Foto: Fobes

Platz auf der „Wanderbank“: (v. l.) die Ehrenamtliche Ursula Müller, Pfarrer Matthias Blaha, die Mitarbeiterinnen Bianca Stieglmeier und Heike Bergmann sowie Pfarrer Axel Conrad. Foto: Fobes

Nach der Begrüßung durch Leiterin Heike Bergmann folgte eine Andacht mit dem Pfarrer von St. Anton, Matthias Blaha, und seinem evangelischen Amtsbruder Axel Conrad von der Gemeinde St. Markus.

Im vergangenen Jahr half die Einrichtung eigenen Angaben zufolge mehr als 5.300 Menschen in gut 9.600 Einsätzen. Davon waren mit über 750 Personen fast 15 Prozent Kinder und Jugendliche. Etwa ein Viertel aller Klienten hatte einen Migrationshintergrund. In seiner Ansprache wies Blaha darauf hin, dass es eine wesentliche christliche Sendung sei, sich um Menschen zu kümmern, die in manchen Teilen der Gesellschaft „die Geringsten“ genannt würden. Ihnen solle man auf Augenhöhe begegnen. Dementsprechend handle die Bahnhofsmission vorbildlich. Musikalisch wurde der Gottesdienst von den Schülern der St. Anton-Grundschule unter Leitung von Elisabeth Koller und Ursula Gerl gestaltet.

Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten war die Eröffnung der Ausstellung „Wanderbank“. Sie lädt zum einen zum Verweilen und Begegnen ein. Mittels einer Audiopräsentation über Kopfhörer und eines Videoclips sowie zweier Präsentationsäulen kann man dort aber auch etwas über die Erlebnisse anderer Menschen mit der Bahnhofsmission erfahren.

Startschuss für die Arbeit der Ingolstädter Bahnhofsmission war der 1. Oktober 1948. Seinerzeit stellten Mitarbeitende der Caritas gegenüber der Kirche St. Anton eine Baracke auf. In zwei Schlafsälen, einer Küche und einem Büro fanden bereits im ersten Jahr 10.000 Flüchtlinge und Heimkehrer einen Ort, wo sie essen und schlafen konnten. Rund 82.000 Menschen half die Mission bis 1957, ehe die Baracke abgebaut wurde. Im selben Jahr zog man in einen Raum des damals neu gebauten Hauptbahnhofs ein.

Seit 1960 befindet sich die Einrichtung in ökumenischer Trägerschaft. Charakter und Schwerpunkte der Bahnhofsmission haben sich im Lauf der Jahrzehnte deutlich verändert. Heutzutage ist sie vor allem Anlaufstelle für Reisende, die unterwegs in Schwierigkeiten geraten sind. Zudem helfen die Mitarbeiter den Menschen am Bahnsteig, wenn sie Unterstützung brauchen. Es kommen auch viele, die sich unabhängig vom Reisen in schwierigen Lebenslagen befinden, etwa Wohnungslose, Personen mit psychischen Problemen, Drogenabhängige oder Flüchtlinge und andere Migranten.

Für alle Menschen, die zur Bahnhofsmission kommen, haben die Mitarbeitenden ein offenes Ohr, versorgen die Betroffenen bei Bedarf mit Verpflegung und Notkleidung und vermitteln viele an soziale Fachdienste weiter. „Wir verstehen uns als Kirche und Sozialstation am Bahnhof, die unbürokratisch und schnell Hilfe ermöglicht“, so Leiterin Heike Bergmann.

fob/vb/bb, Kirchenzeitung Nr. 31 vom 5. August

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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 42 vom 21.10.2018

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