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04.01.2019

Lichtbringer in allen vier Ecken - Diözesane Sternsingeraussendung in Monheim mit Gottesdienst

Es geht ein bisschen zu, wie beim Fernsehklassiker „1, 2 oder 3“: Kinder wuseln umher, müssen sich für eine Antwort entscheiden und sich entsprechend hinstellen. Statt Michael Schanze moderiert Angela Hundsdorfer mit Maximilian Holzer. Diözesanvorsitzenden des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) stellen Fragen wie bei der ZDF-Kindersendung,

Foto: Franzetti

In der Stadtpfarrkirche St. Walburga in Monheim feierte Bischof Gregor Maria Hanke mit den Sternsingern Gottesdienst. Foto: Franzetti

doch statt drei gibt es vier Antwortmöglichkeiten, für jede Ecke der Stadthalle Monheim eine. 

Beim großen Sternsingerfest zum Abschluss der diözesanen Aussendungsfeier sind die jungen Heiligen Drei Könige zum Mitmachen aufgerufen. „Was ist euer Lieblingsessen?“, fragt Holzer. In eine Hallenecke dürfen alle hin, die Pizza mögen, in einer anderen Ecke sind Döner-Liebhaber zu finden. „Seid ihr beim Sternsingen Könige, Sternenträger, Begleiter oder habt ihr noch keine Rolle?“, will Holzer noch wissen. Rasch füllt sich vor allen Dingen die Ecke links vor der Bühne für die Königs-Darsteller. Bei der Frage: „Wart ihr noch nie, wart ihr einmal, zweimal oder öfters beim Sternsingen mit dabei?“, zeigt sich: Es gibt viele Neulinge, aber auch ganz viele alte Hasen, die schon mehrfach bei Wind und Wetter den Segen in die Häuser gebracht haben.

Über 200 Sternsinger aus gut der Hälfte der Dekanate des Bistums sind zur zentralen Aussendungsfeier gekommen. Sie erleben einen kalten, langen aber auch durchaus abwechslungsreichen und motivierenden Tag, den der BDKJ, das Referat Weltkirche, das Bischöfliche Jugendamt und das Kindermissionswerk Die Sternsinger federführend vorbereitet und geplant haben. Unterstützung bekommen sie an diesem Sonntag vor Silvester von einer Vielzahl von Helfern: Die Monheimer Ministrantenband Adoramus gestaltet den Gottesdienst und spielt anschließend auch noch in der Stadthalle. Für die Musik beim Zug von der Kirche zum Rathaus und weiter, aus dem Stadttor hinaus dorthin, sorgt die Stadtkapelle Monheim mit ihren 33 Musikanten. Es gibt Weihnachtslieder wie „Stern über Bethlehem“ und „O du fröhliche“ zum Mitsingen. Beim Zug wichtig: die örtliche Feuerwehr, die gleich mit einer ganzen Mannschaft Straßen sperrt, und das Bayerische Rote Kreuz, das für Notfälle bereit steht. In der Stadthalle schließlich ist ein 15-köpfiges Team der Kolpingsfamilie Monheim im Einsatz. Sie verteilen Getränke, servieren Pizza und Chicken Wings.

Für Kinder mit Handicap

Nach der Stärkung startet das Mitmach- und Informationsprogramm. Die jungen BDKJ-Moderatoren bitten Sabrina Assies auf die Bühne. Die Vertreterin des Kindermissionswerks stellt sich und ihre Arbeit kurz vor. Schon zum fünften Mal ist sie bei einer Aussendungsfeier im Bistum Eichstätt dabei, verrät sie. Im Gespräch mit der Kirchenzeitung lobt sie die Eichstätter Treffen, die sich ein wenig von denen in anderen Diözesen unterscheiden. Dort gebe es meistens kein großes, zentrales Sternsingerfest sondern eher einzelne Workshop-Angebote für kleinere Gruppen. Assies berichtet, dass deutschlandweit bei der letzt-jährigen Aktion 48,8 Millionen Euro gesammelt wurden. Das sei ein Rekord. Wohin die Gelder fließen, erfahren die anwesenden Sternsinger, Begleiter und Gästein einem Video. Willi Weitzel, der im Fernsehen lange Zeit die Sendung „Willi wills wissen“ moderierte, war ins diesjährige Beispielland Peru gereist (siehe auch Beitrag auf den Seiten 14/15). Der Film handelt vom Besuch bei Kindern mit Behinderungen. Gezeigt wird, wie sie den Alltag meistern und welche Hilfe sie erfahren. Wie solche Unterstützung konkret aussieht, erklärt Pfarrer Alfred Grimm anschließend auf der Bühne. Der Diözesanverantwortliche in der Pastoral für Menschen mit Behinderung gibt einen kleinen Kurs in Gebärdensprache und übersetzt das Lied „Wir kommen daher aus dem Morgenland“. Außerdem spricht Grimm über die Situation von Kindern mit Behinderung im Bistum und schiebt einen Sternsinger probeweise im Rollstuhl. 

Begonnen hatte der Tag mit der Sonntagsmesse in der Stadtpfarrkirche St. Walburga. Bischof Gregor Maria Hanke nennt die Sternsinger „Lichtbringer“. Sie tragen den Stern vorneweg, der zeige, dass es im Leben „nicht die totale Dunkelheit gibt“. Wer aufschaue, wie es damals die drei Weisen aus dem Morgenland getan haben, könne den Weg zu Jesus erkennen. So gelte noch heute: „Folge dem wahren Licht, das zur Krippe führt“, sagt der Bischof. Er spricht auch von Stars, von Vorbildern. Das könnten Fußballer, Schauspieler oder auch Klassenkameraden sein. „Diese Stars darf es geben“, stellt Hanke klar. Die Frage sei jedoch: „Wer ist mein Leitstern? Wem folge ich auf meinem Lebensweg nach?“ Hier komme wieder das Licht ins Spiel, das zu Jesus weise.

Zusammen mit dem Bischof stehen Diözesanjugendpfarrer Domvikar Clemens Mennicken, Domkapitular Prälat Dr. Christoph Kühn, Kaplan Laurent Koch (in Vertretung für den seit längerem erkrankten Stadtpfarrer Michael Maul) und die Diakone Thomas Rieger und Norbert Waldmüller am Altar. Sternsinger lesen die Fürbitten und bringen dabei Kreide, Weihrauch, einen Stern und eine Krone, ein Segens-Armband aus Peru und das Plakat der Sternsingeraktion nach vorne. Zum Schluss der Messe segnet der Bischof Kreide und Weihrauch und sendet die Sternsinger hinaus in die Diözese. 5.000 sind bistumsweit in diesen Tagen unterwegs. Er ermuntert sie, auch bei widrigen Wetterbedingungen los zu ziehen, um den Segen zu den Menschen zu bringen: „Ihr tut unendlich viel Gutes.“

Andrea Franzetti

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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 3 vom 20.1.2019

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