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27.07.2018

Globalisierung, Google, Gottesbeweis

Wissenschaftliches Arbeiten im Religionsunterricht / Abiturienten vom Bistum ausgezeichnet

Während Tausende von Schülerinnen und Schülern im Bistum Eichstätt gerade glücklich ihre Schultaschen für sechs lange Ferienwochen in die Ecke stellen, bereiten sich diejenigen, die ihre Schullaufbahn heuer beendet haben, schon auf den nächsten Lebensabschnitt vor.

 

Foto: Geraldo Hoffmann

Dieses Kreuz erhält jeder der Preisträger des Wissenschaftspropädeutischen Seminars der Diözese Eichstätt. Foto: Geraldo Hoffmann

Zu ihnen gehört auch die Beilngrieser Abiturientin Kristina Hoffmann, die in diesen Tagen erst mal auf Reisen geht: Die langjährige Oberministrantin der Pfarrei St. Walburga ist als Betreuerin bei der Romwallfahrt der Minis aus dem Bistum Eichstätt dabei. Dass Kirche einen Platz in ihrem Leben hat, bewies sie auch mit der Wahl ihrer W-Seminar-Abschlussarbeit, die sie im Fach katholische Religionslehre schrieb. Dafür wurde sie wie fünf weitere Abiturienten aus dem Bistum mit dem erstmals vergebenen Fachseminarpreis der Diözese Eichstätt (siehe KiZ Nr. 26) ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung wollte die Schulabteilung in Eichstätt Schülerinnen und Schüler an den 25 Gymnasien im Raum des Bistums anregen, „theologische Fragestellungen für die eigene berufliche Zukunft und ihren Weg in Kirche und Gesellschaft in den Blick zu nehmen“, hieß es.

Religiöses im Film

Für Kristina ist „ein Beruf in der Kirche oder ein Theologiestudium sehr gut vorstellbar“. Aktuell sei sie aber noch unentschlossen und plane deshalb zunächst ein freiwilliges soziales Jahres. Bei der Themenwahl für ihre Seminararbeit allerdings musste sie nicht lange überlegen. Zum Rahmenthema „Jesus goes to Hollywood – Religiöse Motive im populären Film“, nahm sie diesbezüglich einen Harry Potter-Film unter die Lupe. Sie sei ein großer Fan der Saga um den jungen Zauberer und seinen Kampf gegen die dunklen Mächte, erzählt Kristina: „Es war spannend, solch einen erfolgreichen Film aus der religiösen Perspektive zu analysieren.“

„Widerlegt die Evolution Gott?“ Dieser Frage ging Preisträgerin Alexandra Justina Terefenko am Gymnasium Gaimersheim nach. Sie schrieb ihre Arbeit im Fachseminar „Kann man beweisen, dass es Gott gibt? – Gottesbeweise von der Antike bis in die Gegenwart“. Alexandra, die nun Medizin studieren möchte, erzählt, sie sei „während der Oberstufe oft an den Punkt gekommen, wo ich die Existenz Gottes stark hinterfragt habe. Ich wollte mir somit in  meiner Arbeit selbst beweisen, dass Gottes Existenz nichts ist, was der Mensch einfach begreifen oder naturwissenschaftlich widerlegen kann.“

„Google – Fluch oder Segen der Gesellschaft?“ – mit dieser Frage befasste sich Preisträger Tobias Amon in seiner Seminararbeit am Willibald-Gymnasium Eichstätt. Das Rahmenthema des Fachseminars lautete: „Ich habe doch nichts zu verbergen – Ethische Fragestellungen im Bereich der modernen Technik und des Umgangs mit großen Datenmengen“. Der Verfasser wollte sich dabei „die Weltverbesserungsversprechen von Google einmal genauer anschauen und überprüfen, ob Google wirklich nützlich für die Gesellschaft ist oder aber doch nur clevere Marketingstrategien verfolgt“. Dabei boten sich viele Bezüge zum eigenen Alltag:  „Wenn man zum Beispiel mal eine Datenschutzerklärung genauer  betrachtet, überdenkt man schon das eigene Internetverhalten, wenn man gleichzeitig täglich Internetdienste verwendet und dabei ständig Daten generiert oder persönliche Daten weitergibt.“

„Echt gefreut“

Marlene Munzert vom Ostendorfer-Gymnasium Neumarkt erhielt den Preis für ihre Arbeit zum Thema „Papst Johannes Paul II. und seine Einstellung zur Ökumene mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)  unter besonderer Berücksichtigung der Erklärung ‚Dominus Jesus‘“. Das Rahmenthema des Seminars lautete: „Johannes Paul II. – Verehrt und angefeindet, geliebt und kritisiert“. „Meine Eltern sind beide Pfarrer“, erzählt Munzert, die mit ihrer Familie zwölf Jahre lang in Neuendettelsau gelebt hat. Ihr Vater arbeitet immer noch an der dortigen evangelischen Augustana-Hochschule. Um für ihre Seminararbeit zu recherchieren, fuhr die Gymnasiastin in den Sommerferien drei Wochen lang morgens mit ihm nach Neuendettelsau. Bis Feierabend forschte sie täglich in der Bibliothek, und vollzog nach, „wie sich langsam der Dialog öffnete“. Dass der Lohn für ihre Mühe neben einer guten Note auch ein Preis des Bistums Eichstätt war, „hat mich echt gefreut“, sagt Munzert, die im August für ein Jahr in den Freiwilligendienst nach Tansania geht.

Auch an der einzigen Schule in Trägerschaft des Bistums Eichstätt, dem Gnadenthal-Gymnasium Ingolstadt, wurde ein Preis verliehen. Nathalie Hosch bekam ihn für ihre Arbeit „,The End of  Religion‘ – Die Religionskritik von Sam Harris“, eine Arbeit, die im Fachseminar „Moderner Atheismus“ entstanden ist.

Larissa Lautscham vom Johann- Sebastian-Bach-Gymnasium Windsbach wurde ausgezeichnet für ihre Arbeit zum Thema „Der Einfluss der Globalisierung auf das Leben indigener Völker und die Natur am Beispiel des Belo Monte-Staudamms in Brasilien“. Entstanden ist der Beitrag im Fachseminar „Die Eine Welt – unser gemeinsames Haus“.

Gabi Gess/pde, Kirchenzeitung Nr. 30 vom 29. Juli 2018

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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 49 vom 09.12.2018

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