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30.09.2020

Beten Sie noch den Rosenkranz? ... wollte Kaplan Simon Heindl in Röthenbach wissen. Er selbst tut es / Begleiter auf Busreisen

Als die Menschen mit Beginn der Corona-Pandemie Trost und Zuspruch brauchten, öffnete der Pfarrverband Nürnberg Südwest/Stein eine „Geistliche Hausapotheke“ (die KiZ berichtete). Seither wurde sie gut befüllt, mit allem, was hineingehört. Für Simon Heindl, Kaplan im Pfarrverband, war es der Rosenkranz, über den er im Marienmonat Mai einen Impuls schrieb. Seine Betrachtung passt aber ebenso zum Rosenkranzfest am 7. Oktober.

Das Mosaik in Kreuzesform in der Pfarrkirche Maria am Hauch in Röthenbach zeigt den freudenreichen Rosenkranz. „Somit wird deutlich, dass der Gekreuzigte im Zentrum des Rosenkranzgebets steht“, sagt Kaplan Simon Heindl.

Das Mosaik in Kreuzesform in der Pfarrkirche Maria am Hauch in Röthenbach zeigt den freudenreichen Rosenkranz. „Somit wird deutlich, dass der Gekreuzigte im Zentrum des Rosenkranzgebets steht“, sagt Kaplan Simon Heindl. Foto: pf

Ruhe und Sicherheit

In Altötting, in Fatima, ja an praktisch jedem Wallfahrtsort gebe es Rosenkränze zu kaufen, überlegt der Kaplan in seinem Internet-Beitrag. „Eine ganze Devotionalienindustrie versorgt uns mit Produkten zur Förderung unserer Frömmigkeit.“ Manchmal bekomme er Rosenkränze als Mitbringsel geschenkt, erzählt der junge Geistliche, der heuer 30 Jahre wird. Meistens verschenke er sie dann wieder. „Ich weiß, dass der Besitz eines Rosenkranzes aus mir keinen frommen Menschen oder gar einen eifrigen Beter macht.“ Außerdem habe er schon einen Rosenkranz. „Seit Jahren. Orange Holzperlen, braune Schnur, ein schmuckloses braunes Kreuz. Auf vielen Busreisen hatte ich ihn dabei, um mit- oder vorzubeten. Mein Rosenkranz – ich weiß nicht einmal mehr, woher er ist. Aber er gehört mir schon lange und hat viele meiner inneren Gebete in seine Perlen aufgenommen.“

Als Kind und Jugendlicher hatte Heindl dem Rosenkranz noch keine große Beachtung geschenkt. Erst im Priesterseminar lernte er ihn schätzen, „weil er mir Ruhe und Sicherheit gibt“. Und weil er ihn in der Gewissheit bete, dass er Millionen von Menschen auf der Welt dasselbe bedeute. 

„Beten Sie den Rosenkranz oder ist Ihnen das (noch) ganz fremd?“, hatte Heindl in seinem Beitrag für die Hausapotheke gefragt und ermuntert: „Erzählen Sie mir von Ihren Erfahrungen oder stellen Sie Fragen zum Rosenkranzgebet.“ Zweimal sei der Link zu seiner E-Mail-Adresse angeklickt worden, sagt Heindl. Über beide Rückmeldungen habe er sich gefreut, auch wenn sie ganz konträr waren. Eine Frau, mit etwa 30 eigentlich noch nicht der klassischen Rosenkranz-Zielgruppe zugehörig, erzählte, dass sie sich gern in die Kirche setze, sich in den Fluss, oder neudeutsch „Flow“ der Worte  einreihe und dabei zur Ruhe komme. Eine andere E-Mail-Schreiberin dagegen berichtete Heindl genau das Gegenteil: Dass ihr die steten Wiederholungen nichts brächten.

Entgegen der Annahme, Rosenkranz würde vor allem in kleinen Dorfkirchen gebetet, stellt Heindl in seinem städtisch geprägten Einsatzgebiet durchaus Interesse fest. In Stein, Eibach und Röthenbach werde regelmäßig vor der Abendmesse der Rosenkranz gebetet, erzählt er. 

Gabi Gess


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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 43 vom 25.10.2020

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