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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

06.05.2020

In Gemeinschaft mit Christus

Euer Herz lasse sich nicht verwirren – Wie gut ist das, diese Worte in unseren Tagen zu hören. Wie vieles verwirrt und erschreckt uns, wie vieles macht uns Angst, wie vieles ist unsicher – auch das, was wir für unser Leben als wichtig betrachten. 

Jesus spricht diese Worte zu seinen Jüngern in der Abschiedsrede, kurz vor seinem Leiden und seinem Tod. „Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ Welche Herausforderung für die Jünger – und wir wissen, dass sie das nicht „geschafft“ haben. Angesichts des Todes Jesu waren sie verzweifelt und auch ihr Glaube an ihn war zutiefst erschüttert. In den Augen der Menschen und nach weltlichen Maßstäben hatte Jesus versagt, war er gescheitert. 

Ähnlich geht es auch uns: Durch die Pandemie sind vielleicht Grundpfeiler unserer persönlichen Lebensgestaltung, der eigenen Überzeugungen, des Glaubens ins Wanken geraten und erschüttert worden. Hält unser Glaube – trotz alledem – stand? Wo muss sich unser Glaube, wie der Glaube der Jünger, verwandeln lassen? Gerade in dieser Zeit sind wir aufgerufen als Christen zu handeln, im Glauben zu reifen und in der Liebe zu wachsen. Ist uns in diesen Tagen nicht vieles sehr bewusst geworden? Wir haben erfahren, dass wir nicht alles in der Hand haben, dass wir füreinander Verantwortung tragen, ja, wir haben schmerzlich erkannt, dass es auch mit unserem eigenen Leben unversehens vorbei sein kann. Und in dieser Erkenntnis, die wir nur allzu gerne verdrängen, liegt eine der großen Chancen dieser Stunden. 

Was trägt mich als Christ? Woran glaube ich wirklich und wie lebe ich meine Überzeugung? Was gibt meinem Leben, trotz aller Widrigkeiten, Hoffnung, Halt und Sinn?  Das heutige Evangelium enthält eine Antwort, die gleichzeitig eine beglückende Verheißung ist: Christus bezeichnet sich selbst als Weg, der uns zur Erfüllung aller menschlichen Sehnsucht führt; als Wahrheit, die Antwort auf all unser Fragen und Suchen ist; als Leben, dem selbst der Tod uns nicht entreißen kann. Christus trägt uns. Die persönliche Gemeinschaft mit Christus ist der Kern des christlichen Lebens, den es immer wieder neu zu entdecken gilt. Wo er ist, da ist Leben in Fülle. Wo er ist, da brauchen wir uns nicht zu ängstigen. Wo er ist, da sind wir geborgen. Das letztlich Entscheidende ist: Dort zu sein, wo Christus ist. Christus, in dem wir das menschliche Antlitz Gottes selbst betrachten können. Und diese Gemeinschaft mit Christus beginnt schon jetzt, hier, in unterschiedlichen Formen: In der Gemeinschaft in seinem Namen, im Dienst am Nächsten, im ganz persönlichen Gespräch mit Gott, im Empfang der Sakramente.

Es gibt aber auch eine bleibende, ewige Dimension dieser Gemeinschaft mit Christus: Es ist derselbe Christus, dem wir hier verborgen, aber doch real, begegnen – und  bei dem wir in Ewigkeit sein werden. Unsere wahre Heimat ist im Himmel. Jesus geht uns voraus und bereitet uns eine Wohnung im Haus des Vaters. 

Pia Sommer Kirchenzeitung Nr. 19 vom 10. Mai 2020 (zum Evangelium Joh 14, 1-12)


5. Sonntag der Osterzeit

Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 27 vom 5.7.2020

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