Zum Inhalt springen

Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

10.06.2020

Gottes rettende Liebe verfolgt Dich

Schafe auf Weide

Foto: Erich Kraus

Drei Aufträge des Herrn sind zu hören am Ende des heutigen Evangeliums: „Geht, verkündet, heilt!

Geht! 

Das kann nur einer sagen, der selber gegangen ist. Wer aber ist er? Wo ist er gegangen? Er, der lebendige Gott, ist aus der Fülle seiner Gottheit herausgetreten in die kreatürliche Enge. Augustinus schreibt: „Die Sehnsucht Gottes ist der Mensch!” 

Gott wird seine eigene Sehnsucht und Liebe in Menschengestalt.Wie sollten wir da bleiben, wo wir sind? Wie sollten wir das bleiben, was wir sind? Lasst uns Sehnsucht Gottes werden! Suchen wir jene, die auf uns warten, die uns brauchen: die Verlorenen, Heillosen, Verzweifelten, Armen. Bringen wir ihnen, was wir werden wollen: Gottes Liebe!

Verkündet!

Die Frohbotschaft natürlich: Das Himmelreich ist nahe! Gott ist bei Dir, Gott liebt Dich, er will Dein Glück, er will, dass Dein Leben gelingt!

Gott ist der Herr und sonst keiner. Es gibt keine Rettung ohne ihn. Aber seine Liebe folgt Dir auch in Deine Gottlosigkeit, Abhängigkeit in Deinen Untergang. Freilich, an seiner gerechten Liebe kommt keiner vorbei, auch Du nicht, Du wirst Dir ins Gesicht sehen müssen, so, wie Du bist!

Vorerst leben wir in Krankheit Katastrophen, in Leiden. Aber Gott rettet. Er hat Tod und Leid nicht abgeschafft, doch relativiert! Das Leben wird spürbar mitten im Tod. 

„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag“ – so können wir mit Dietrich Bonhoeffer singenin der Todeszelle unserer Lebenswelten.

Heilt!

Er selber hat es unentwegt getan in jeder Begegnung. Sein Dasein war ein heilendes Sein vom Wesen her. So ist er „Heiland“. Er schickt uns, den heilenden Dienst zu tun an der Welt. Das Leben auf Erden verwundet. Wir sind als Notdienst gerufen nach Kräften zu heilen, im Gespräch, im Dienst, im Gebet. Das Maß der Heilung ist abhängig vom Maß unseres Erfülltseins mit seinem Geist.

Heilen wir dort, wo Menschen suchen, fragen, scheitern, ausgegrenzt werden, oder es selber tun, wo Feindschaft keimt und Hass, wo Gewalt und Unterdrückung herrscht. 

Beten wir um Heilung, wo Krankheit und Tod das Zepter schwingen. Nicht die Not ist letzte Wirklichkeit, sondern Gott allein, er der uns alle beauftragt: Geht – verkündet – heilt!

Alois Loeß.Kirchenzeitung Nr. 24 vom 11. Sonntag im Jahreskreis (zum Evangelium Mt 9, 36-10, 8)


11. Sonntag im Jahreskreis


 

Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 28 vom 12.7.2020

Kontakt / Abo

Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt
Verlag und Redaktion
Sollnau 2, 85072 Eichstätt
Tel. (08421) 50-810
Fax (08421) 50-820
verlag(at)kirchenzeitung-eichstaett(dot)de
redaktion(at)kirchenzeitung-eichstaett(dot)de
anzeigen(at)kirchenzeitung-eichstaett(dot)de

Bezugspreise (ab Jan. 2020):
Durch die Agentur (Pfarramt) monatlich 8,30 €
(7,15 € einschl. 5 % MWSt. + 1,15 € Zustellgebühr);
durch die Post monatlich 9,05 €;
Einzelnummer 2,10 €.