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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

15.05.2020

Die Hoffnung wachhalten für alle Hoffnungslosen

Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt

BU: Die Symbole für Glaube, Hoffnung, Liebe und der Heilige Geist zieren das Taufbecken in der Kirche von Sulzdorf. Foto: Kreitmeir

Bei Gesprächen in dieser Zeit der Krise, hört man oft „Hoffen wir, dass alles bald wieder besser wird!“ Der Mensch ist ein Wesen der Hoffnung, der Zukunft und der Sehnsucht. Hoffnungen und Träume können natürlich enttäuscht werden, sie können aber auch manchmal Sprungbrett in eine neue Zukunft sein. Gerade wir Christen dürfen Hoffnungs- und Zukunftsmenschen sein.

Menschen suchen vor allem in Zeiten einer Krise nach Halt. Sie suchen nach Verlässlichkeit und Orientierung vor allem dann, wenn sie Angst haben vor dem, was kommt. Worauf aber können wir Christen in schwierigen Situationen vertrauen? Die Garantie unserer Hoffnung ist unser Glaube. Es ist der Glaube an den, der uns sogar Hoffnung über den Tod hinaus geschenkt hat. Es ist der Glaube an Christus. Dieser Glaube gibt uns Halt. Deshalb mahnt uns heute die Lesung aus dem Petrusbrief: „Haltet Christus, den Herrn, heilig in euren Herzen!“ 

Aber ist dieser Christus nicht mit seinen Träumen, Hoffnungen und Sehnsüchten selber  kläglich gescheitert? Was ist aus seiner Hoffnung auf das Kommen des Reiches Gottes geworden? Er stieß auf erbitterten Widerstand. Doch sein Traum war nicht totzukriegen. Das Festhalten an Gott, seinem Vater, hat ihn herausgeholt aus der Todeszone und seine Hoffnungen neu aufleben lassen – ein für alle Mal, endgültig und unbesiegbar. Mit Ostern hat Gott das „Unternehmen Hoffnung“ selbst in die Hand genommen. Gibt es denn eine größere Garantie für unsere Hoffnung? 

Unsere christliche Hoffnung ist nicht abstrakt. Sie spiegelt sich in vielen Farben: In den Träumen unserer Kinder, Jugendlichen und jungen Paare. In der Kraft einer guten Freundschaft – gerade jetzt im Kampf gegen diese weltweite Epidemie. Sie spiegelt sich in der Hilfs-bereitschaft und Liebe derer, die sich um die Schwächsten kümmern. Auch überall dort, wo der Glaube überzeugend gelebt wird, spiegeln sich die bunten Farben der Hoffnung. 

Und wie ist das bei uns? Ist nicht manchen die Kraft der Hoffnung ausgegangen? Wie können wir wieder ein Auge, einen Sinn und ein Herz für die Hoffnungsfarben bekommen? Jesus spricht im heutigen Evangelium von einem ganz persönlichen Hoffnungs-Freund, von einem geheimnisvollen Beistand und Tröster. Er nennt ihn „den Geist der Wahrheit“, den Heiligen Geist. Wir spüren seine Energie, wenn wir uns ihm öffnen und ihn in unsere Herzen  einlassen. Er kann dann zu einem frischen Wasser der Hoffnung werden oder zu einem lodernden Feuer. Dieses Feuer entzündet in unseren Herzen den Hoffnungsfunken immer wieder von neuem. Gerade jetzt in der Zeit der Krise. Sein Feuer treibt uns immer neu an, für uns selbst, aber auch damit wir für alle Hoffnungslosen die Hoffnung wachhalten.

Richard Distler, Pfr. i. R., Kirchenzeitung Nr. 20 vom 17. Mai 2020 (zum Evangelium Joh 14, 15-21)


6. Sonntag der Osterzeit

Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 27 vom 5.7.2020

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