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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

26.01.2021

Das Wort Gottes ist kraftvoll

„Flammende Verkündigung“ - Peter und Paul-Kirche in Wombach

„Flammende Verkündigung“ – Darstellung aus der Peter und Paul-Kirche in Wombach.              Foto: Erich Kraus

Großes Staunen und Erschrecken – von diesen Reaktionen auf Jesus wird uns im heutigen Evangelium berichtet. Nachdem er die ersten vier Jünger berufen hat, geht er am Sabbat in die Synagoge um zu lehren. Die Menschen spüren, dass die Lehre Jesu anders ist, „denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten“. Jesus ist nicht nur ein Lehrer, der erklärt und auslegt, Jesus ist die Erfüllung der alttestamentlichen Verheißung. Jesus selbst ist „das Wort“, das einzige Wort, das der Vater ausspricht und das die ganze Wahrheit über Gott in sich birgt. Deshalb ist die Lehre Jesu anders.

Aber nicht nur die Worte Jesu, seine ganze Person ist eine Offenbarung, die Offenbarung, wie und wer Gott ist. „Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht“ (Joh 1, 18). In Jesus Christus hat Gott eine menschliche Gestalt angenommen, ist für uns greifbar und sichtbar geworden. Und das merken die Menschen schon damals in der Synagoge, auch wenn sie es nicht gänzlich erfassen können. Denn die Verkündigung Jesu bleibt nicht bei Worten stehen. Jesu Wort ist wirksam, es ist kraftvoll und mächtig.

Dem einfachen kurzen Befehl Jesu muss ein unreiner Geist weichen, wie uns das heutige Evangelium berichtet. Jesus verkündet seine Lehre also nicht nur, als ob er eine Vollmacht hätte, sondern er bestätigt und belegt seine Vollmacht durch die Tat. Das ist ein Grund für die Menschen zu staunen und zu erschrecken vor dieser göttlichen Vollmacht, die sich ihnen offenbart.

Vielleicht kann dieser Bericht über das Staunen und Erschrecken der Leute in der Synagoge über die Lehre und die Tat Jesu auch für uns ein Anstoß sein zu überlegen, welchen Stellenwert in unserem Leben die Heilige Schrift, das Evangelium hat. Hier finden wir Worte und Taten Jesu aufgezeichnet, die auch uns eigentlich in Staunen und Erschrecken – im besten Sinne – versetzen sollten angesichts des nahen und liebenden Gottes, der sich uns darin offenbart. Wir scheinen uns an diese Worte schon so gewöhnt zu haben, dass sie bei uns abperlen und ihre Kraft nicht in uns dringt. Wir nehmen oft ihre provozierende Neuheit gar nicht mehr wahr. Jedes Mal, wenn die Lesung im Gottesdienst vorgetragen wird, ruft der Lektor uns zu „Wort des lebendigen Gottes“ und wir antworten „Dank sei Gott!“. Was bedeutet das eigentlich? Wir bekennen uns hier zum Glauben, dass Gott lebendig ist und nicht nur in früheren Zeiten zu den Menschen gesprochen und in ihrer Geschichte gewirkt hat. Der lebendige Gott will und kann auch in mein Leben, in meine aktuelle und persönliche Situation hineinsprechen, hineinwirken – wenn ich ihn hören will, sein Wort aufnehmen und mich von ihm berühren lassen will.

Vielleicht kann es ein Vorsatz für die nächste Zeit sein, die Bibel wieder öfter zur Hand zu nehmen und jeden Tag ein Kapitel eines Evangeliums zu lesen und kurz in Stille darüber nachzudenken, was Gott mir hier für mein Leben sagen will, was ich durch die Worte, Taten und Haltungen Jesus darüber lernen kann, wie ich mein Leben gestalten soll. Das Wort Gottes ist kraftvoll. Nehmen wir uns jeden Tag eines dieser Worte und Sätze mit in den Alltag und lassen wir uns von ihm Leben und Freudeschenken.

Pia Sommer, Kirchenzeitung Nr. 05 vom 31. Januar 2021 - Evangelium: Mk 1, 21–28


Vierter Sonntag – im Jahreskreis

Wenn Jesus spricht, ist nicht nur der Inhalt seiner Rede von Bedeutung; er selbst ist das Wort Gottes für uns, daher die geheimnisvolle Macht seiner Rede. Die Dämonen zittern vor ihm; sie wissen, wer er ist: „der Heilige Gottes“. Deshalb ist seine Lehre für uns nicht nur bewundernswert; sein Wort hat die Macht, uns zu retten.

Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 16 vom 18. April 2021

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